Iceland

Das Land aus Feuer & Eis
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ICELAND

Das Land aus Feuer & Eis

Auf meiner sogenannten Bucket List stand Iceland schon seit einigen Jahren. 2015 hatten wir auch schon vom Flug über die Hotels und Mietwagen, ja sogar diverse Ausflüge gebucht und es sollte Anfang Dezember auf die Insel gehen. Einen Direktflug von Dresden aus gab es nicht und so fiel die Wahl auf Berlin. In Berlin bzw. dem Flughafen angekommen, wurden alle Passagiere kurzerhand informiert, dass der Flug für den aktuellen Tag wegen schlechtem Wetter über Iceland gestrichen wurde. Laut dem Bodenpersonal sollte am kommenden Tag mit dem Wetter alles passen und es hieß wir könnten da fliegen. Das Problem war aber, dass der fehlende Tag die komplette Route zerstörte und wir hätten am Ankunftstag direkt einen großen Teil der Strecke nur fahren müssen, um wieder im Plan zu sein – es waren letztendlich alle Hotels gebucht. Aus diesem Grund entschieden wir, alles zu canceln und die Reise zu verschieben.

So, das war ein kurzer Exkurs zu unserer theoretisch ersten Reise nach Iceland, kommen wir jetzt zum Reisebericht unserer Islandreise :).

Wissenswertes

  • 2.300 Km Entfernung
  • Eine Insel mit 360.390 Einwohner (2019)
  • Hvannadalshnúkur mit 2.110 m höchste Erhebung
  • Es gibt einen Minister für Elfen

Seit 2015 war nun einiges an Zeit vergangen und es war überfällig das Thema Iceland wieder aufzugreifen. Angefangen haben wir erneut mit dem Zeitraum wann wir auf Iceland sein möchten. Zum einen war es unser Wunsch Polarlichter zu sehen sowie eine Eishöhle zu besuchen. Für beide Punkte kommt nur der Winter und da am besten wenn es richtig kalt und dunkel ist in Frage. Auf der anderen Seite möchten wir aber auch mehr von Iceland selbst sehen. In den reinen Wintermonaten gibt es tagsüber nicht viel Sonnenlicht, sodass man bis auf wenige Stunden immer im Dunkeln unterwegs wäre. Nach etwas Hin und Her wählten wir den März. In diesem Monat soll die beste Chance auf Polarlicht da sein und es ist die letzte Möglichkeit die Eishöhlen zu besichtigen. Die Tage sind dann schon wieder ähnlich lang wie in Deutschland, was ein Riesenvorteil ist, um möglichst viele im Hellen besichtigen zu können.

So stand nun der Zeitraum von 9 Tagen Anfang März fest. Die Route wollten wire ähnlich wie die schon 2015 geplante angehen, nur hatten wir die begrenzten Hotels nicht auf dem Schirm. So kam es wie es kommen musste und wir fanden entlang der gedachten Route für den jeweiligen Tag kein Zimmer mehr. Also mussten wir umplanen, was mich etwas ärgerte, dazu aber später mehr. Die neue Reiseroute planten wir also so wie die Hotels freie Zimmer hatten, ideal ist anders aber naja. Weiterhin buchten wir in Deutschland schon einen Mietwagen. Auf Grund von schlechten Wetterverhältnissen sollte es ein SUV mit Allradantrieb inkl. sämtlichen Versicherungen sein. Von anderen Reisenden hatten wir schon gehört, dass schnell mal eine Scheibe, Reifen oder das gesamte Auto zerstört werden kann. Über Arctic Adventures – Iceland Tours & Adventure Holidays buchten wir die gewünschte Eishöhlentour. Ob man alles im Vorfeld fix buchen muss, ist Ansichtssache. Ich bin ein Freund davon alles fertig zu haben und mich vor Ort nicht noch um Hotels etc. kümmern zu müssen. Auf der anderen Seite ist man dann nicht mehr so flexibel.

Ankunft auf Iceland

 
Mit dem Flieger ging es mittags von Berlin aus direkt nach Keflavik. Die gut 3 h Flugzeit sind im Handumdrehen rum. Nach der Landung staunten wir nicht schlecht, wie modern der kleine Flughafen doch ist. Nachdem wir den Mietwagen abgeholt hatten, googelte ich erst einmal die StVO von Iceland. Das hätte ich eigentlich auch vorher machen können :). Naja so wild ist es dann auch nicht und es ging direkt zum ersten Hotel nach Reykjavik. Der Flughafen liegt gut 40 km von Reykjavik entfernt, was nicht zu unterschätzen ist, vor allem wenn man sich an die Geschwindigkeitsvorgaben hält. Obwohl ich schon wie in Deutschland immer 10 km/h schneller fahre, waren wir trotzdem die langsamsten. Deklariert war dieser Trip als Fotoreise und so machten wir uns, nachdem wir die Koffer im Hotel abgestellt und ich meine Kameraausrüstung ausgepackt hatte, zum ersten Fotopunkt. Okay, es gab für den ersten Tag keinen wirklichen Plan und so schauten wir uns ein wenig in Reykjavik um. Zum Sonnenuntergang fanden wir dann einen recht coolen Spot direkt am Meer. Der Himmel färbte sich auch schon in den schönsten Rottönen und das am ersten Abend. Nach Hawaii im Januar 2018 war es das erste Mal, dass wir wieder den Duft des Meeres erleben konnten.

Was soll ich sagen, das ist der Duft von Fernweh.

 

Nachdem ich mein Foto hatte, suchten wir uns etwas zu essen. Wir landeten in einem Art Fast Food Restaurant, bei dem wir uns einen Burger genehmigten. Kulinarisch sollte Iceland für uns kein Highlight werden, was wir vorher schon wussten und was jetzt bestätigt wurde. Nicht, dass es nicht schmeckt oder nichts gibt, aber die Preise sind gepfeffert und da waren wir schon – wie ich vermute – preiswert essen. Grob kann man sagen, wenn man in Deutschland essen geht und vielleicht 40 € bezahlt, zahlt man auf Iceland locker 80 – 100 €. Nach unserem Abendmahl wollte ich noch einmal kurz die Kamera in den Himmel richten und schauen, ob vielleicht das Polarlicht zu sehen ist. Auf der ersten Aufnahme sah ich eigentlich nichts. Auf der zweiten und dritten war dann ein Hauch von Grün im Himmel zu sehen. Vielleicht hatte ich mir das auch eingebildet (das Motiv war schlecht und daher habe ich die Aufnahmen gleich wieder gelöscht). Fest in der Annahme Polarlicht gesehen zu haben, sind wir nochmals an einen Punkt gefahren, den wir zum Sonnenuntergang gesehen haben. Vom Auto musste ich ohne Taschenlampe über Felsen direkt am Wasser klettern und baute dann meine Kamera auf. Auf das fertige Foto musste ich nicht mehr warten, das Polarlicht war jetzt so intensiv, dass es mit bloßem Auge zu sehen war. Juhu, das erste Mal in unserem Leben Polarlicht. Dass wir noch unsere Kleidung vom Flug anhatten und ein eisiger Wind wehte, störte anfangs nicht. Zu sehr waren wir von der tanzenden Aurora Borealis überwältigt. Über 30 min machte ich dann noch einige Aufnahmen und versuchte die idealen Kameraeinstellungen zu finden. Aktuell hatten wir Neumond und so war es nicht ganz leicht, in die Landschaft noch ein wenig Zeichnung zu bekommen. Den ISO-Wert kann ich zwar erhöhen, aber ich versuche in den Aufnahmen das Bildrauschen dann doch möglichst gering zu halten. Ewig lang belichten klappte leider auch nicht, denn der Wind war so stark, dass immer mal eine Böe kam, die das Stativ zum Wackeln brachte.

Wir verstehen gar nicht, wie andere über Schneesturm, Regen und Wolken erzählen können, uns hat Iceland mit herrlichstem Wetter empfangen. Das kann gern so weitergehen, sagten wir uns.

Der zweite Tag

Der zweite Tag begann wie der erste endete. Das Wetter war perfekt. Heut stand unsere längste Strecke auf dem Plan. Das lag daran, dass wir kein Hotel mehr bekommen hatten. Also ging es von Reykjavik 460 km bis nach Höfn. Eigentlich ohne Probleme machbar und das Navi sagte Ankunft 13:30 Uhr. Wenn ich an meinem Optimismus zurückdenke, komme ich aus dem Lachen kaum noch raus. Um Dir jetzt nicht alle Einzelheiten erzählen zu müssen: es war nicht im Geringsten zu schaffen. Wir waren gegen 20 Uhr am Hotel.

 Auf dem Weg nach Höfn kommt gefühlt alle 2 km ein cooler Blickwinkel und man hält dann doch an und schaut sich um. In der Summe addiert sich dann die Zeit eben nach oben. Dabei sind wir komplett an Vík í Mýrdal und den ganzen Hotspots vorbeigefahren. Wir wussten aber auch, dass wir auf dem Rückweg hier halten würden. Hinzu stoppten wir an unserem ersten Gletscher (Svínafellsjökull Glacier) und liefen da eine Weile herum. Das Wetter war jetzt nicht mehr ganz auf unserer Seite. Es gab vor allem an dem Gletscher so starken Sturm, dass meine Partnerin kaum noch stehen konnte (wir konnten uns so einen Sturm nicht vorstellen). Bewölkt war es jetzt auch, aber das passte alles super zu der schroffen Landschaft. Die Fahrt ging dann weiter Richtung Höfn und ich wusste, dass bald der Gletschersee Jökulsárlón kommen muss. Als wir dann ankamen, sind wir fast daran vorbeigefahren. Irgendwie hatten wir uns das größer vorgestellt :). Gut, es war schon nach Sonnenuntergang und wir ein wenig müde. Trotz Müdigkeit schafft man es als Fotograf immer wieder sich aufzuraffen und zu fotografieren, so auch am Eisstrand von Jökulsárlón. Wenn ich mich nicht irre, ist dies der einzige Ort auf unserer Erde, bei dem Eisberge über den Gletschersee aufs Meer und mit der Flut wieder an den Strand gespült werden. Es war schon verdammt cool oder auch einmalig zu sehen, wie am tiefschwarzen Strand die glasklaren Eisberge lagen und immer wieder von den Wellen umspült werden. Natürlich reichte es mir nicht, die Eisberge aus der Ferne zu fotografieren und so wagte ich mich zwischen den Wellen an einen Eisberg heran, um diesen möglichst nah und im besten Fall noch mit dem abfließenden Wasser zu fotografieren. Die Gefahr, von einer Welle erwischt zu werden, war nicht gering, sondern eher wahrscheinlich, aber über nasse Schuhe möchte ich jetzt nichts verlieren :). Dass das Ganze nicht ungefährlich ist, sollte man immer im Hinterkopf haben. So eine Welle kann einen schnell umreißen und man liegt im nur wenige Grad warmen Nordatlantik.

Nach den Eisbergen sind wir dann noch bis kurz vor Höfn zu unserem Hotel gefahren. Abgesehen vom Hotel gab es da rein gar nichts, also auch kein Abendessen. Von Zuhause hatten wir einige 5 min Terrinen mitgenommen, aber es gab keinen Wasserkocher :(. Wir mussten also noch nach Höfn fahren und dort sind wir dann in ein leckeres Italienisches Restaurant eingekehrt. Nach einem Tag mit viel Bewegung und nur Müsliriegeln tut eine Pizza mehr als gut. Der Preis, ach lassen wir das lieber. Zurück im Hotel sind wir nur noch ins Bett.

 

Iceland Video

Neben einer Reihe an Fotos habe ich natürlich auch einige Videosequenzen mit meiner Drohne aufgenommen. Teilweise lassen sich die Dimensionen von Gletschern nur mit der Drohne ansatzweise darstellen.

Die kommenden Tage

 
In den kommenden drei Tagen blieben wir im gleichen Hotel und besuchten mehrfach die Gletscherlagune Jökulsárlón, den Eisstrand sowie den kleinen Bruder Fjallsárlón Gletschersee. Dieser See ist zwar kleiner als der große Bruder, dafür kommt man wesentlich näher heran und es sind nur ein Bruchteil der Touristen an diesem See. In diesem Zeitraum fand auch unsere Eishöhlentour statt.

 Für den restlichen Tag hatten wir uns das Vestrahorn vorgenommen. Vom Namen ist dieser Ort mir und sicherlich vielen anderen kein Begriff, aber sieht man dazu das berühmteste Motiv, kennen es die meisten. Auf dem Weg dahin stoppten wir noch kurz in Höfn, tankten das Auto auf und kauften in einem kleinen Supermarkt noch etwas zu Essen für die kommende Nacht und die nächsten Tage ein. Einkaufen in Iceland ist, abgesehen von den Preisen, sehr entspannt. Ich hatte es noch gar nicht erwähnt, aber wir sind ohne eine einzige Isländische Krone ausgekommen. Überall kann man jeden noch so kleinen Betrag mit der Kreditkarte bezahlen. Nach dem Einkauf ging es zu unserem Ziel, dem Vestrahorn.

Mehr zum Vestrahorn und Fotos hierzu kannst Du unter dem Link lesen/anschauen. Ansonsten geht es weiter mit dem Überblick über unsere Reise.

Zurück am Café Viking parkten wir unser Auto und liefen an den Fuß des Vestrahorn. Nach ca 15 min erreicht man ein extra für einen Kinofilm aufgebautes Wikingerdorf. Der Film wurde so, wie sich herausstellte, niemals gedreht und so dient das Dorf jetzt nur noch den Besuchern. Wir hatten mal wieder mehr als Glück, was das Wetter anging und was noch viel cooler war: wir waren komplett allein. Also erkundeten wir das Dorf. Das meiste in dem Dorf ist nur Attrappe, wie z.B. ein großer Fels in der Mitte. der nur aus Pappmaché und Gips besteht. Alle Gebäude sind ebenfalls nur Kulisse und nicht betretbar. Das war aber eigentlich klar, letztendlich sollte es nur ein Filmset darstellen. Das Dorf an sich wirkt aber dennoch sehr authentisch und man fühlte sich schnell wie ein waschechter Wikinger.

Zurück am Café wollten wir zum Kirkjusandur Strand zurück und stellten fest, dass der Zugang mit der Karte nicht mehr funktionierte. Zwar bezahlt man für den kompletten Tag, aber rein und wieder raus geht dann doch nicht. Also ging es fix rein ins Café und die nette Dame händigte uns eine neue Karte aus. Am Strand selbst machten wir dann diverse Fotos, auch mal von uns :). Der Himmel sah super aus und ich freute mich schon auf das Polarlicht. Eigentlich war alles ideal, sogar der Polarlichtindex stand für die kommende Nacht auf 4. Pünktlich nach Sonnenuntergang bildeten sich binnen 30-45 min Wolken und der Himmel war komplett zugezogen. Herrlich, alle Apps, die wir so hatten, sagten einen wolkenfreien Himmel voraus. Es war jetzt die Frage, warten oder zurück ins Hotel (Fahrzeit 1h). Da heut unser letzter Abend in dieser Ecke war, mussten wir also warten und hoffen, dass irgendwann der Himmel aufzog und sich die Aurora Borealis zeigte. Irgendwann gegen 0 Uhr klarte es tatsächlich auf und auch das Polarlicht zeigte sich.

Fix zog ich mir alles an, was ich hatte und bin runter ans Wasser. Da wir immer noch keinen Mond hatten, musste ich ein Motiv mit möglichst viel Spiegelung suchen, um Licht ins Foto zu bekommen. Am Wasser beobachtete ich dann die Wellen, um einen Punkt zu finden, an dem ich auch, wenn mal eine Welle etwas weiter ging, nicht gleich komplett im Wasser stehe. Der Punkt musste aber so weit “draußen” sein. um im Foto überall die Spiegelung zu haben. Mit meiner Taschenlampe bewaffnet, zählte ich dann Wellen und schaute nebenbei auf die Zeit. Ein sicheres Zeitfenster von 2-3 min gab es quasi immer, bis mal eine wesentlich größere Welle kam, die musste ich vermeiden. Also ab raus auf den Sand, Stativ in den Sand gerammt und Fotos gemacht. Himmel, Polarlicht und Spiegelung klappten wunderbar, aber der Rest war schwarz. Herrlich, Ich hatte 2-3 min Zeit und die reichten nicht wirklich, um bei ISO 100 die dunklen Bereiche hell zu bekommen. ISO-Wert auf 800 und es war okay. Ich hatte allerdings das Problem, auch wenn das Stativ in den Sand gerammt war, setzte es sich durch das Abfließen des Wassers im Sand über die Zeit wenige Millimeter. Das sieht man auf dem Foto natürlich sofort. Und so machte ich in dem genannten Zeitfester immer wieder meine Aufnahmen, bis irgendwann mal eine der längeren Aufnahmen scharf war. Zwischenzeitlich kamen auch Wellen außerzyklisch und ich konnte nur noch rennen :). Das Ganze im Dunklen, am rauschenden Ozean bei Temperaturen unter Null Grad war ein kleines Abenteuer. Nach glaube 1h fotografieren war ich bzw. wir dann völlig durchgefroren und nass. Im Hinterkopf mussten wir noch die Rückfahrt zum Hotel und den Fototermin am Crystal Beach zum Sonnenaufgang haben.

Tag 6

Am folgenden Morgen steckte uns noch die letzte Nacht in den Knochen und wir brauchten eine Minute länger um wach zu werden. Unser Ziel war heut nochmals der Crystal Beach an der Gletscherlagune Jökulsárlón. Aus diesem Grund musste auch das Frühstück im Hotel ausfallen. Uns war es aber wichtig, die am Strand liegenden Eisberge mit der morgendlichen Sonne zu erleben. Also ab ins Auto und los ging es die 40 km vom Hotel zur Gletscherlagune. Auf dem Weg dahin liefen uns glücklicherweise noch eine Herde Rentiere über den Weg. Trotz Zeitdruck musste ich stoppen, um ein paar Fotos zu machen. Ohne ein 200 mm Objektiv wird es aber schwer die scheuen Rentiere ordentlich abzulichten. Natürlich hatte ich nur bis 105 mm etwas dabei :). Komisch war, und das ist auch irgendwie erschreckend, die Tiere scheinen vor Autos keine Scheu zu haben. Die Rentiere standen teils 10 m vom Straßenrand entfernt und störten sich nicht im Geringsten, aber wehe von den stoppenden Autos war ein Türgeräusch zu hören. So schnell wie die Rentiere das Weite suchten, konnte man kaum die Kamera einschalten. Angekommen am Eisstrand steht man vor der Wahl die Seite zu wählen. Anfangs waren wir mit Blick aufs Meer am linken Strandabschnitt, aber da lag relativ wenig Eis herum und so sind wir fix auf die andere Seite gefahren. Auf dieser Seite lagen riesige “Berge” und es war einfach nur unglaublich die Kombination von kristallklarem Eis, schwarzem Sand und der Sonne zu erleben.

Tag 7

Nachdem wir nun den südöstlichsten Punkt unserer Reise hinter uns hatten, ging es die Ringstraße zurück. Unser heutiges Ziel war neben diversen Fotostops die kleine Stadt Vík. Bis zum heutigen Tag hatten wir Iceland wettertechnisch von der besten Seite kennengelernt. Wir hatten überwiegend Sonne mit vereinzelten Wolken. Ab und an war es auch mal stärker bewölkt, aber auch das passte uns ganz gut. Auf dem Weg nach Vík sollte sich das gehörig ändern. Circa 50 km vor Vík stoppten wir am Straßenrand, um ein paar Fotos eines ausgetrockneten Flusslaufs zu machen. Es fing jetzt an zu graupeln und binnen 5 min wurde aus einigen Flocken ein waschechter Schneesturm. Auf der Ringstraße fuhren wir nun nur noch 20-30 km/h. Der Schneefall wurde so stark, dass es von 0 cm Schnee innerhalb von 30 min plötzlich 15cm Schnee gab. Am Straßenrand und von der Landschaft war nichts außer weiß mehr zu erkennen. Ebenso war die Straße weiß und vom Horizont/Himmel nicht mehr zu unterscheiden. Bisher hatten wir noch nie ein sogenanntes Whiteout erlebt und jetzt steckten wir mittendrin. Es stellte sich jetzt die Frage: weiterfahren oder warten? Unser Ziel war noch ungefähr 40 km entfernt und wer weiß wann und ob es besser werden würde. Also fuhren wir teils nur noch mit 20 km/h weiter. Irgendwann kurz vor Vík hörte der Schneefall auf und in Vík selbst lag nicht ein Krümel. Wahrscheinlich war das ein Band, welches sich an Ort und Stelle festgesetzt hatte. Wir jedenfalls waren froh, dass wir dieses kleine Abenteuer hinter uns hatten :). In Vík besuchten wir als erstes Reynisfjara Beach mit seinen berühmten Basaltfelsen und den Reynisdrangar-Spitzen. In dem angrenzenden Restaurant bestellten wir uns noch ein Abendessen und im Anschluß ging es zum Sonnenuntergang noch auf den Dyrhólaey.

Die gesamte Nacht tobte ein heftiger Sturm und als wir morgens aus dem Fenster schauten, staunten wir nicht schlecht: alles war weiß. Wir ließen uns somit etwas Zeit und frühstückten im Hotel ganz gemütlich. Was wollten wir bei diesem Wetter eigentlich anstellen? Anne war von diesem Wetter wenig begeistert, denn ihr Wunsch war es das Flugzeugwrack der DC-3, welches 1973 am Strand Sólheimasandur notgelandet war, zu besichtigen. Bei diesem Wetter machte das keinen Sinn, aber im Hotel wollten wir dann auch nicht bleiben. Wir sind somit einfach los und wie wir die gesamte Reise schon riesiges Glück hatten, lag der Sturm nur über uns und wenige Kilometer weiter war der Himmel wieder blau. Angekommen am “Parkplatz” für die Wanderung zum Flugzeug wollten wir uns schon auf den Weg machen aber dann…. mehr dazu liest Du im separaten Artikel.

Unser nächstes Ziel war mal wieder ein Gletscher (Sólheimajökull). Dieser lag ebenfalls nur weniger Kilometer mit dem Auto der Ringstraße westwärts folgend. Das für uns Besondere: hier konnte man zu Fuß auf den Gletscher hinaufgehen. In Deutschland hatten wir uns extra Eisstollen für die Schuhe gekauft, um auf das Eis gehen zu können. Aber ich Depp hatte diese zu Hause vergessen. Ohne ist es unmöglich auch nur 2 m auf dem Eis zu laufen. Am Fuße des Gletschers gab es eine Station, von denen geführte Touren starteten – genau unser Ding :). Nein im Ernst, wir sind fix rein und fragten, ob wir uns nur die Ausrüstung ausleihen könnten, aber da ging kein Weg rein. Die wollten ihre Touren verkaufen, aber ohne uns. Also sind wir zu Fuß bis zum Gletscher und dort ein wenig herumgeklettert. Das klappte auch ganz gut, solange wir nicht richtig auf den Gletscher wollten. Für uns bzw. mich war das aber vollkommen ausreichend, um ein paar schöne Aufnahmen zu bekommen.

Den restlichen Tag verbrachten wir damit, den Skógafoss und Seljalandsfoss zu besichtigen. Da wir am frühen Nachmittag ankamen, erlebten wir zum ersten Mal wie überlaufen Iceland ist, trotz Nebensaison.

Aurora Borealis

Das ultimative Highlight

Tag 8

Heut hieß es auch schon von der südlichen Küste zu verabschieden. Unsere Route führte uns jetzt zum Gullfoss und dem Geysir. Den gesamten Vormittag verbrachten wir somit im Auto und kamen kurz nach dem Mittag an unserem Hotel an. Das Coole und was mir beim Buchen nicht bewusst war, dass wir quasi direkt am Geysir ein Hotel hatten. Schnell die Koffer ins Hotel gebracht und zweimal umfallen und schon standen wir am Geysir, der ca. alle 5 min ausbricht. Das gesamte Areal ist geologisch sehr aktiv. Überall brodelt es und riecht nach faulen Eiern :). Das Gebiet um den Geysir ist ein wahrer Besuchermagnet und so sind wir zwischenzeitlich zu dem nur wenige Kilometer entfernten Gullfoss Wasserfall gefahren. Ja was soll ich sagen, der Wasserfall bzw. das Areal ist grandios anzuschauen, aber die Menschenmassen trüben die Hauptattraktion ein wenig. Hier ist es wie beim Geysir, der Wasserfall ist rein auf den Massentourismus ausgelegt. Man hat zwei große Parkplätze, ein riesiges Hotel, Restaurant und Souvenirshop. Nachdem wir uns den Wasserfall angeschaut hatten, sind wir wieder zum Geysir, um diesen bei weniger Leuten zum Sonnenuntergang fotografieren zu können. Glücklicherweise sind die meisten in geführten Touren unterwegs und zum Sonnenuntergang wieder weg :).

Für die kommende Nacht war die Vorhersage auf Polarlicht wieder mal sehr gut und so hoffte ich, dass der Himmel aufreißen würde. Bis kurz vor 23 Uhr musste ich warten, bis es langsam aufklarte. Wir sind direkt zum Gullfoss, um diesen bei Nacht mit Polarlicht zu fotografieren. In der Theorie passte alles, aber eben nur in der Theorie. Der Himmel war klar, Polarlicht war mit bloßem Auge zu sehen und es wehte ein Sturm, wie wir es noch nicht erlebt hatten. Das Polarlicht zu fotografieren war kein Problem, aber der Vordergrund war eine Aufgabe. Da wir Neumond hatten, war alles schwarz und ich brauchte eine Belichtungszeit von ca. 5 min. Es war nur nicht machbar 5 min zu belichten, ohne dass sich die Kamera bewegte. Immer wieder kamen solch heftige Böen, dass die Kamera sich minimal bewegte und das Foto versaut war. Wir hatten uns sogar schützend um die Kamera gestellt, aber keine Chance.
Irgendwann haben wir es dann aufgegeben und ich hatte eine Aufnahme mit kürzerer Belichtungszeit und dafür höherem ISO-Wert aufgenommen. Völlig durchgefroren ging es dann ins Hotel zurück, um bis zum Sonnenaufgang noch etwas Schlaf zu bekommen. Glücklicherweise geht die Sonne auf Iceland noch recht spät auf. Gegen halb 8 machte ich mich dann allein auf den Weg zum Gullfoss und erfreute mich an einem herrlichen Sonnenaufgang an diesem grandiosen Wasserfall. Auf dem Rückweg zum Hotel ging ich nochmals zum Geysir, um diesen auch noch einmal im Licht des Sonnenaufgangs zu fotografieren. Danach wurde es aber endlich Zeit für ein ausgiebiges Frühstück im Hotel, bevor es weiter auf die Halbinsel Snæfellsnes und unserem Ziel, dem Kirkjufell ging.

Die Fahrt zur Halbinsel Snæfellsnes war weniger spannend und so stoppten wir zwischendurch nirgends. Ein wenig drängte auch die Zeit. Zum Nachmittag/Abend hin sollte es sich immer mehr zuziehen. Als wir am frühen Nachmittag am Kirkjufell bzw. dem Kirkjufellfoss ankamen, passte das Wetter wie die Faust aufs Auge. Der Parkplatz war mehr als brechend voll (das liest man auch überall im Internet). Hier mussten wir einige Minuten warten, bis eine Lücke frei wurde. Am Wasserfall selber gibt es eigentlich nur eine Position zum Fotografieren (Standardmotiv) oder man geht hinab zum Wasser, aber da benötigt man dann schon einen Ultraweitwinkel, um alles ordentlich fotografieren zu können. So groß wie der Wasserfall auf Fotos immer wirkt ist der nämlich gar nicht :). Bis zum Sonnenuntergang hatten wir noch einige Stunden und die wollten wir nicht damit verbringen am Wasserfall zu warten. Und so sind wir einige Kilometer der Ringstraße weiter auf die Halbinsel gefolgt. Entlang dieser Straße kommen echt viele schöne Aussichtspunkte, an denen man nicht unbedingt fotografieren muss, sondern auch mal die Aussicht genießen kann. Wie angekündigt zog sich der Himmel mehr und mehr zu und die Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang schien sehr gering. Um uns aber nicht zu ärgern, fuhren wir auf gut Glück zurück zum Wasserfall und was soll ich sagen, der Himmel färbte sich tatsächlich nochmals rot :). Hehe aber ich sage euch jetzt nicht, wie viel jetzt hier los war. Eigentlich hätte ich immer ein Foto von dem Standpunkt, von dem man aus fotografiert, machen sollen. Langsam aber sicher ließen die Kräfte nach und für die kommende Nacht war wieder eine Chance auf Polarlicht. Viele Tage hatten wir nicht mehr zur Verfügung und so musste ich da leider durch und nach 2-3 h ausruhen im Hotel ging es erneut raus und es hieß warten auf das Polarlicht. Der Kirkjufellfoss hat einen großen Vorteil, man kommt sehr bequem dahin und genau das ist auch der Nachteil. Ständig kommen Autos die Straße entlang und leuchten alles einmal komplett aus. Das Polarlicht wartet aber nicht bis mal kein Auto kommt und so lässt es sich kaum vermeiden, dass der Kirkjufell Mountain angestrahlt wird. An diesem Abend war es genau andersherum: der Himmel war klar, aber das Polarlicht zeigte sich für nur 10 min.

Tag 9 und Abflug

Muss ich erwähnen, dass ich zum Sonnenaufgang hier wieder auf der Matte stand? Auch wenn ich es schon angesprochen hatte, war ich nach so vielen Tagen Auto fahren, zeitigem aufstehen, wandern, Kälte und spät ins Bett gehen ziemlich durch. Wir hatten jetzt nur noch einen Tag, bis es am kommenden Morgen 6 Uhr zurück nach Deutschland gehen würde. Auf dem Rückweg nach Keflavik stoppten wir noch an der Schlucht, wo Europa und Amerika auseinander triften. Um ehrlich zu sein, war das jetzt nicht so spektakulär wie man meinen könnte. Es ging dann auch auch schnell weiter nach Reykjavik, um da nochmals eine kleine Wanderung durch die Stadt zu machen und einen der berühmten Hotdogs zu essen. Sind die überhaupt berühmt? Keine Ahnung, der Laden erweckte den Eindruck :). Den letzten Sonnenuntergang auf Iceland wollten wir nochmals am Meer erleben und so fuhren wir zu einem Leuchtturm auf der Halbinsel bei Keflavik. Den Leuchtturm hatten wir gefunden. Der war aber im Vergleich, was sich dahinter für ein Panorama auftat, uninteressant. Es war das reine Klischee, eine Sonne, die als riesiger roter Ball unterging, schroffe Küste, riesige Wellen und eine Felseninsel und das am letzten Tag unserer unglaublichen Reise in ein Land aus Eis und Schnee.

Zum Abschluss haben wir uns noch einmal einen richtigen Burger im Restaurant gegönnt. Der kommende Tag begann dann gegen 3 Uhr mit aufstehen, restlichenDinge im Koffer verstauen, Mietwagen abgeben und einchecken. Als hätten wir es nicht besser abpassen können, als wir im Flieger saßen, zog ein Unwetter mit Schneestürmen über Iceland hinweg. Der Flug war dementsprechend katastrophal, aber wir hatten so ein Glück, dass wir in den vergangenen 10 Tagen keinen Tag Regen und nur einmal Schneefall hatten, überwiegend war es sonnig.

Resümee

Für uns war das die erste Reise in die nördlichen Länder und ich muss sagen, es hat sich mehr als gelohnt. Auch wenn es kein Urlaub und teilweise echt anstrengend war, würden wir das genauso wieder machen. Das einzige Manko ist der Tourismus. Klar, wir waren auch da und haben unseren Teil dazu beigetragen, dass Iceland überlaufen ist. Wir haben versucht, nicht nur die Touristenmagnete anzusteuern, sondern auch mal ein paar unbekanntere Orte zu besuchen, an denen man noch ein etwas ursprünglicheres Iceland spüren konnte.

Als wir im März 2019 wieder zurück in Deutschland waren, dauerte es ca. 2 Wochen, bis in den Medien die Meldung kam, dass die Airline WOW Air Insolvenz angemeldet hat und mit sofortiger Wirkung alle Flüge einstellt. So viel wie ich weiß, gibt es nur 2 Airlines, die in Größenordnungen von oder nach Iceland fliegen. Mit einer Airline weniger wird es jetzt auch komplizierter und vor allem teurer auf die Insel zu kommen. Unter Umständen geht jetzt der Massentourismus etwas zurück, was dem Land nicht schaden würde. Für die Einheimischen, die vom Tourismus abhängig sind, könnte ein Rückgang ein Problem darstellen. Ein kleiner Punkt noch der einem aufzeigt, was Massentourismus anrichten kann. Die Regierung Icelands musste die berühmte Schlucht Fjaðrárgljúfur bis zum Sommer schließen, da die Natur zu sehr zerstört wurde. Mit der Schließung soll der Natur gerade jetzt, in der alles taut, Zeit gegeben werden, sich zu erholen. Ich finde das erschreckend und habe so etwas auf keiner unserer Reisen bisher erlebt.

In diesem Sinne hoffe ich Dir Iceland etwas näher gebracht zu haben. Hast Du Fragen oder anderes, kannst Du mir gern schreiben. Im folgenden kannst Du noch meine gesamten Fotos aus Iceland in meiner Galerie anschauen.

Mountain Lightroom Preset Pack

Wer mich bzw. meine Seite schon etwas länger verfolgt wird meine Presets für Lightroom kennen. Diese Presets habe ich über die Jahre wie ich meine Fotos erstelle angelegt und verkaufe Sie über meine Seite. Reisefotos wie z.B. auf Iceland haben generell andere Farben als die im heimischen Deutschland. Das liegt primär an der Natur bzw Vegetation. Kurz gesagt, ich musste für diese Reisefotos neue Presets erstellen um die passenden Farben und dann den gewünschten Look zu erhalten.

Gefällt Dir dieser Look und Du möchtest Deine Fotos danach bearbeiten, so habe ich ein spezielles Travel Preset Pack “Mountain” erstellt. Auf der Produktseite siehst Du eine Reihe von Vorher/Nachher Aufnahmen welche zu 100% nur durch diese Presets entstanden sind. Alle weiteren Informationen zur Anwendung, Installation, Voraussetzungen usw. findest Du ebenfalls an dieser Stelle.

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