Mit rund 10.433 km² ist Big Island die größte und auch jüngste aller hawaiianischen Inseln. Big Island haben wir für uns in 2 Teile geteilt: da wäre einmal der Osten mit der Stadt Hilo und der Westen mit Kailua-Kona (kurz Kona). Hilo ist die etwas „wildere“ Seite, hier ist das Wetter wechselhafter und auch die Gegend rauer. Für einen Hawaii Urlaub ist es ratsam, nicht nur eine Insel zu besuchen, da man sonst viel zu wenig von diesem Archipel sieht. In Deutschland haben wir uns schon genügend Gedanken über das „Wie kommen wir von Insel zu Insel?“ gemacht und somit buchten wir alle Flüge über Hawaiian Airlines im Voraus. Schaut man sich die Flugzeiten an, denkt man als erstes „die fliegen aber oft“. Tatsächlich gehen nahezu stündlich die einzelnen Flieger zu den jeweiligen Inseln. Vor unserem ersten Interisland Flug von Honolulu nach Hilo haben wir viel zu kompliziert gedacht. Das Einchecken samt Gepäckaufgabe erledigt man selber am Automat und es reicht eine Vorlaufzeit von 45 min ohne Probleme zu. Wir waren, wie man es aus Deutschland kennt, gute 2 h eher da und haben uns dann auf dem Flughafen die Zeit vertreiben dürfen :). Grob gesagt  ist das Fliegen auf Hawaii wie Taxi fahren: völlig unkompliziert. Total klasse fanden wir, dass es im Flieger für die jeweilige Destination ein ausführliches Heft mit Landkarte gibt, so hat man gleich einen schönen Überblick über die jeweilige Insel.

Wissenswertes zu Big Island

  • mit 10.432 km² die größte aller Inseln
  • Niederschlag im Osten 330 cm und im Westen nur 3 cm pro Jahr
  • ca. 175.000 Einwohner
  • höchste Erhebung ist der Mauna Kea mit 4200 m über NN
  • vom Meeresboden gemessen sind es sogar 10.200 m
  • diese Insel heißt eigentlich „Hawai’i“, wird aber Big Island genannt

Scenic View Road – Hokeo Point

Hilo & Turtle Bay

In Hilo angekommen dachten wir, wir sind in einem anderen Land. Ein offener Flughafen mit Bastdächern wie in der Karibik und kaum noch Menschen – herrlich. Auf einer Fläche von 151,4 km² leben ca 47.000 Einwohner (zum Vergleich: Stuttgart hat ca 200 km² und 600.000 Einwohner). Hilo ist zum einen vom Wasser durch Tsunamis schon mehrfach heimgesucht wurden, zuletzt am 23. Mai 1960, wo 61 Menschen ums Leben gekommen sind. Zum anderen ist Hilo durch den Vulkan Kilauea gefährdet. Zum Vulkan hin sieht man überall die erstarrten Lavafelder, die zum Teil erst an den Stadtgrenzen zum Stoppen gekommen sind. Hilo hat keine typischen Hotelburgen und man muss mehr oder weniger auf so genannte Bed & Breakfast „Hotels“ ausweichen. Unser B&B war ganz urig eingerichtet und auf seine Art gemütlich, sterile Hotels sucht man im Osten der Insel vergeblich. Diese kleinen B&B`s haben einen Riesenvorteil, man erfährt beim Frühstück von den Besitzern absolute Geheimtipps, die in keinem Reiseführer stehen. So erzählte uns Wendy von unserem B&B, dass keine 100 m entfernt am Meer eine Bucht ist, an der es Schildkröten geben soll. Das war der Tipp schlechthin. Wir sind nach dem Frühstück direkt dahin und um die kleine Bucht gelaufen, haben jedoch keine Schildkröte gesehen. In der Mitte der Bucht schwamm ein Hawaiianer. Irgendwie muss er gemerkt haben, dass wir „neu“ waren und sagte, dass gleich hier vorn auf einem Stein eine große Schildkröte liegt. So schnell wie in diesem Moment waren wir in diesem Urlaub noch nicht unterwegs, wer weiß wie flink so eine Schildkröte sein kann. Wir hatten totales Glück und konnten mit etwas klettern und springen direkt zur Schildkröte hin. An dieser Stelle würde ich gern das Gefühl beschreiben, welches man empfindet, diese Lebewesen in seinem natürlichen Lebensraum zu sehen. Für uns war es der Moment, dass wir uns sagten, die sogenannten Zoo`s nicht mehr zu besuchen. Wir waren Jahre zuvor schon im SeaWorld und diversen anderen Parks aber das ist kein Vergleich. Lieber sehen wir keine Schildkröte, als eine in Gefangenschaft oder wir investieren das Geld und reisen an den Ort, um die wundervollen Tiere zu bewundern. Unsere erste Begegnung mit einer Schildkröte hat uns also nicht nur schöne Fotos beschert, sondern auch unser Denken verändert. In meinen Erinnerungen nenne ich diese Bucht „Honu Bay“. Natürlich hatte diese einen anderen Namen, aber der ist mir egal :).

Grüne Meeresschildkröte

Turtle Bay Panorama-Aussicht in Hilo

Tropical Botanical Garden

Wenn man dem Highway gen Norden weiter folgt, kommt man an einem Botanischen Garten vorbei. Laut unserem Reiseführer soll man hier einen noch unberührten Urwald sehen, also war ein Stopp schon vorprogrammiert. Einen Urwald wollen wir schließlich sehen und am besten mit einer Liane von Baum zu Baum schwingen :). Als kleine Empfehlung: vergesst nicht an der Kasse ein Moskito-Abwehrmittel in Form von Feuchttüchern zu kaufen, ohne diese Dinger habt ihr keine Chance im Urwald. Das Zeug ist total eklig, es stinkt und klebt aber besser als zerstochen werden. Unsere Kameraausrüstung hatte an den Tasten auch einen Schutz bekommen, gewollt oder ungewollt, es ging nicht anders. Das Zeug ist recht flüssig und alles was man berührt, bekommt das eben auch ab und klebt und riecht dann eben auch vom Feinsten :). Der Botanische Garten erstreckt sich über viele Wanderwege vom Landesinneren bis zur Küste. Hier gibt es alles zu sehen was ein Urwald zu bieten hat, von den unzähligen Palmenarten über Pflanzen und Blumen die ich noch nie gesehen habe. Selbst Wasserfälle fehlen hier nicht. Als kleine Empfehlung, geht nicht unbedingt zur Mittagszeit in den Botanischen Garten. Bei einer Luftfeuchte von gefühlten 100 % macht es die Mittagshitze nicht angenehmer. Wir waren 2 h bevor der Park schließt drin und da war auch nicht mehr viel los, was sehr angenehm ist.

Botanical Garden

Botanical Garden

Botanical Garden

Botanical Garden

Botanical Garden

Botanical Garden

Botanical Garden

Botanical Garden

Akaka Falls State Park

Auf dem Weg in den Norden kommt man unweigerlich an den Akaka Falls vorbei. Diese sind ebenfalls einen Stopp wert und auch hier sichert zeitiges Kommen gute Plätze. Als wir gegen 11:00 Uhr ankamen, mussten wir eine Weile auf einen freien Parkplatz warten. Der Park ist dann wie ein kleiner Rundgang angeordnet, wo am Ende das Highlight – die Akaka Falls – auf einen warten. Auf einer Höhe von 135 m stürzen sich die Wassermassen in die Tiefe. Die Gegend um die Akaka Falls sind sehr regenreich, was wir auch erlebt haben. Ein leichter aber beständiger Regen ist hier an der Tagesordnung. Durch den vielen Regen ist auch hier das Land unheimlich grün und artenreich.

Wasserfall im Urwald

Urwaldboden

Wasserlauf

Akaka Falls

Waipio Valley Lookout

Den nördlichsten Punkt unsere Reise erreichten wir am Waipio Valley. Dieses Tal besichtigten wir aus Zeitgründen nur vom gleichnamigen Lookout, was aber nicht weniger interessant war. Eine Wanderung in das Valley hinein ist bei diesen Temperaturen auch nicht in unserem Sinne gewesen.

Waipio Valley Lookout

Wissenswertes zu Big Island

  • der Kīlauea ist der derzeit aktivste Vulkan der Erde
  • Kona ist der Startpunkt für den weltbekannten Iron-Man
  • Kona bietet perfekte Schnorchelbedingungen
  • der Puuhonua o Honaunau National Park zeigt das ursprüngliche Hawaii
  • Big Island ist nur 80.000 Jahre alt
  • Anreise von Honolulu ca. 35 min
die Luft wird dünn - Mauna Kea

Den höchsten Berg der Erde wollten wir natürlich auch erklimmen. Ja ihr lest richtig: der Mauna Kea auf Big Island ist mit 10.200 m Höhe vom Meeresboden gemessen (von wo er aus wächst) der höchste Berg der Erde! Über dem Meeresspiegel ragt er noch ca 4.200 m in die Höhe. Den Gipfel erreicht man nicht ohne Weiteres. Zum einen ist die Straße ab dem Visitor Center (Höhe ca. 2.000 m) nur noch eine holprige Schotterpiste, wo es ohne einen SUV mit 4WD schwer wird, hinauf zu kommen. Zum anderen verliert man jeglichen Versicherungsschutz, wenn man am Visitor Center auf eigene Gefahr weiter fährt. Wir hatten uns extra einen SUV geliehen, um unterwegs möglichst keine Probleme zu bekommen. Es kamen uns aber auch immer wieder diverse Kleinwagen entgegen. Man sollte aber echt vorsichtig sein, denn es gibt keine Leitplanken oder Ähnliches, die einem im Fall der Fälle am Abrutschen aufhalten. Der eigentliche Aufstieg, also vom Visitor Center, verläuft recht schnell, da die Straße unglaublich steil ist. Auf unserem GPS System sprang die Höhenangabe in 5-m-Schritten und das lag nicht daran, dass wir sonderlich schnell unterwegs waren. Eher im Gegenteil: mehr als der 1. Gang war nicht möglich. Hin und wieder schaltete ich die Automatik auf den manuellen Modus um, aber im 2. Gang bliebt man einfach stehen. Da kann man sich eventuell vorstellen, wie steil es hinauf ging.

Mauna Kea auf 4200 m mit einer Panorama-Aussicht

Oben angekommen, war der erste Moment überwältigend. Diese unendliche Weite im wahrsten Sinne des Wortes zu spüren ist wunderschön. Zu unserer Freude war auch gar nicht mehr viel los, gut, wir waren auch erst zum späten Nachmittag oben angekommen. Ja, was macht man nun hier oben? Durch die dünne Luft und unseren verhältnismäßig schnellen Aufstieg will man schon einmal nicht sonderlich weit laufen. Jeden Meter merkten wir in Form von Sauerstoffmangel und Kopfschmerzen. Also schnell irgendwo hinsetzen und auf den Sonnenuntergang warten. An einigen Stellen fanden wir sogar noch Flächen die von Schnee bedeckt waren. Obwohl wir auf Hawaii sind, ist es auf 4200 m Höhe verdammt kalt. Pünktlich zum Sonnenuntergang fuhren Busse vom Visitor Center hinauf, um Scharen von Touristen diesen unglaublichen Blick auf die letzten Sonnenstrahlen eines Tages zu ermöglichen. Oben auf dem Mauna Kea stehen unzählige Sternwarten, um von hier aus das Weltall zu erkunden. Für Stern- und Himmelsbeobachtungen ist der Mauna Kea der beste Ort auf unserem Planeten. Das liegt zum einen an der Höhe und der somit nicht vorhandenen Luftverschmutzung und zum anderen an der Lage im Pazifik. Es gibt (wie im ersten Teil auf O’ahu schon erwähnt) im Umkreis von tausenden Kilometern nur den pazifischen Ozean und der Mauna Kea ragt wie ein Peak aus diesem hervor. Tretet nach dem Sonnenuntergang nicht gleich den Rückzug ins Tal an, sondern wartet bis die Sonne komplett verschwunden ist. Im Idealfall habt ihr gerade eine Zeit um den Neumond erwischt, sodass es stockfinster ist und ihr einen Blick auf die Sterne bekommt, wie ihr es mit Sicherheit noch nie hattet. Wir waren jedenfalls komplett hin und weg von dem Anblick. Die Milchstraße erkennt man jetzt – ohne zu wissen, wo man sie suchen muss. Dieses helle Band aus unendlich vielen Sternen ist hier oben nicht zu übersehen. Irgendwann nachts ging es für uns dann in Schrittgeschwindigkeit wieder nach unten. Hier sollte man echt vorsichtig sein, denn wie man sich denken kann, ist die Schotterpiste nicht beleuchtet. Vielleicht noch eine kleine Bemerkung am Rand: auf dem Gipfel hatten wir ca. 4°C und 2 h später in Hilo waren es wieder 22°C (nachts natürlich :) ). Die Anreise zum Mauna Kea empfiehlt sich von Hilo aus. Die Fahrzeit ist wesentlich kürzer als von der Westküste wie z.B. Kailua-Kona.

Anne & ich vor den Observatorien

Über den Wolken auf 4200 m

Das letzte Licht eines Tages auf unserer Erde

Ein unglaublicher Sternenhimmel

Hawai'i Volcanoes National Park - dort wo neues Land entsteht

Was wäre ein Hawaii Urlaub ohne einen Besuch im Volcanoes National Park? Bestimmt nur halb so spannend, denn wo sonst kann man noch die Entstehung von neuem Land live miterleben. Von der gesamten Südküste bis zum Gipfel des Mauna Loa auf knapp 4200 m erstreckt sich der National Park und man kann überall die Spuren vergangener Ausbrüche sehen. Der Park eignet sich hervorragend für kleinere und auch größere Wanderungen durch die unwirklichen Kraterlandschaften. Da die erstarrten Lavafelder recht scharfkantig sind, ist festes Schuhwerk zu empfehlen. Entlang des Crater RIM Drive, welcher direkt am Visitor Center und einem Restaurant mit Hotel beginnt, gibt es viele kleinere Wanderwege, auf denen man einen sehr guten Ausblick auf den derzeit aktivsten Vulkan der Erde bekommt. Der Kilauea zählt zu den Schildvulkanen und mitten in seiner erstarrten Caldera befindet sich der ständig aktive Lavasee des Halema’uma’u Krater (quasi ein Krater im Krater). Tagsüber sieht man es „nur“ qualmen, aber in den Abend- und Nachtstunden leuchtet alles glühend rot und man kann sich ungefähr vorstellen, was sich am Grund des Kraters abspielen muss. Aus Sicherheitsgründen ist es nicht möglich an den eigentlichen Kraterrand zu gehen. Die Dämpfe sind zu gefährlich für den Menschen und bei drehendem Wind steht man mitten in dieser Wolke. Der Crater RIM Drive ist derzeit (seit Jahren) auch nicht mehr komplett befahrbar. Der letzte mögliche Punkt ist das Jaggar Museum. Hier ist man dem Krater auch am nächsten. Im Museum gibt es zahlreiche Fotos und Live-Informationen über die Aktivität des Vulkan. Folgt man dem Crater RIM Drive Richtung Süden, kommt man z.B. am Kīlauea Iki Overlook oder dem Nāhuku Thursten Lava Tube vorbei. Am Lava Tube sollte man versuchen, einen Zeitpunkt zwischen den Touristenbussen zu erwischen, da hat man die Tube fast für sich allein. Nach einer kleinen Wanderung durch ein regenwaldähnliches Gebiet aus riesigen Farnen und Bäumen, steht man vor dem Eingang der Lava Tube. An sich ist diese „Höhle“ nichts besonderes. Aber wenn man bedenkt, dass diese nur durch das Erstarren der Lava entstanden ist, macht es das Ganze schon wieder beeindruckend. In der Tube ist es sehr sehr nass und überall tropft Wasser durch den Lavastein. Hier sollte man seine Kamera nicht unbedingt direkt darunter stellen :). Für das gewünschte Foto haben wir in der Tube ewig warten müssen, um einen Zeitpunkt zu erwischen, wo gerade keine Schar von Touristen vor meiner Linse standen. Daher passten wir, wie eingangs erwähnt, einen guten Zeitpunkt ab. Die geführten Touren scheinen einen strikten Zeitplan zu haben. Wenn ihr den nicht gerade kreuzt, ist man überall recht entspannt unterwegs.

heißer Wasserdampf

Kīlauea Iki Lookout

Kīlauea Iki Trail

der Kīlauea Crater

Vom Kīlauea Iki Overlook schaut man in einen Seitenkrater des Kīlauea und auf den Kīlauea Iki Trail. Dieser Trail führt an der Flanke des Kraters hinab auf den Grund. Hier kann man einmal quer durch dieses „Lavatal“ laufen. Wir hatten das Glück, dass die Windrichtung günstig stand, um den Vulkan riechen zu können. Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt, an diesem Ort mit den riesigen Lavabergen und rauchenden Böden zu stehen. Der Trail hinab in den Krater ist nicht der einfachste und Temperaturen von 25°C machen das Vorhaben nicht einfacher (nehmt genügend Wasser mit, im Krater gibt es keinen Imbiss :) ). Es ist empfehlenswert, sich am Grund des Kraters einfach einige Minuten auf den Boden zu setzen und diese unwirkliche Gegend auf einen wirken zu lassen. Den Weg, den es bergab ging, muss man jetzt auch wieder bergauf – super. Gefühlte 150 m gilt es zu überwinden. Der Aufstieg ist nochmals nicht zu unterschätzen und wir waren froh, als unser Auto wieder in Sichtweite war. In dem gesamten Volcanoes National Park gibt es nur im Bereich des Visitor Center die Möglichkeit essen zu gehen. Man sollte sich daher etwas vorab kaufen oder bevor es auf die Chain of Craters Road geht, hier essen gehen.

Nāhuku Lava Tube

erstarrte Lavafelder

erstarrter Lavastrom

erstarrte Lavafelder

Die Chain of Craters Road ist eine Straße, die direkt zum Ozean führt. Auf dem Weg dahin gibt es unzählige Lookouts mit Informationstafeln, auf denen man lesen kann wann hier die Lava geflossen ist. Kurz vor dem südlichsten Punkt fährt man von einer Höhe von knapp 1200 m über NN auf eine Höhe von 20 m bergab. Hier kann man wunderbar sehen wie die Lava das Land geformt und erweitert hat. Am südlichsten Punkt angekommen, steht man vor einer Steilküste mit dem rauen pazifischen Ozean vor seinen Füßen. Außer Lavafelder, Ozean und einigen Touristen gibt es hier nicht viel. Moment, im Wasser gibt es doch noch etwas. Hier tummeln sich ebenfalls wieder die grünen Meeresschildkröten und wir hatten daran schon gar nicht mehr geglaubt, es gab noch Buckelwale. Mit meiner Kamera habe ich leider nicht genügend Zoom, aber mit dem Camcorder konnten wir sehr dicht heran. WOW – unsere ersten Buckelwale zu sehen, war wieder mal ein Highlight dieser Reise. Man muss wissen, dass die Buckelwale in den Wintermonaten nach Hawaii kommen und spätestens im April die Reise in arktische Gewässer wieder antreten, um dort zu fressen. Die Chance flüssige Lava zu sehen, blieb uns leider in diesem Urlaub verwehrt. Laut den Anwohnern gibt es die Lava derzeit nur an Stellen, zu denen man einen 10 h Fußmarsch über erstarrte Lavafelder und durch Urwald wandern muss. Eine Möglichkeit wäre noch ein Helikopterflug, aber dieser landet nicht und tagsüber sieht man auch da die Lava relativ schwierig. Die Chance auf Lava kann sich aber in kürzester Zeit ändern, wenn diese irgendwo wieder durch die Kruste bricht.

neu entstandenes Land

eine ehemalige Straße

Blick auf die Antarktis

erstarrtes Lavafeld

die Sonnenseite Big Island's - Kailua-Kona

Kailua-Kona – unter den Einwohnern auch nur „Kona“ genannt – liegt an der Westküste von Big Island und besticht durch sein sonnigeres und trockeneres Klima, als man es an der Ostküste vorfindet. Kona liegt genau am Fuße des Mauna Loa und dem Ozean. Im oberen Teil der Stadt herrscht ein etwas anderes Klima als am Wasser. Am Wasser ist es sonniger, denn die Wolken bleiben am Berg „stehen“ und es ist immer um die 30°C warm. Die Gegend von Kona, die am Berg liegt, ist etwas wolkenreicher und ca 4-5°C kühler. An der gesamten Küste unterhalb von Kona wird der „berühmte“ Kona Kaffee angebaut. Entlang des Highway sieht man sehr schön die Kaffee-Plantagen mit ihren Verarbeitungsgebäuden. Man sollte es sich nicht nehmen lassen, eine dieser Plantagen zu besuchen. In unserem Fall gab es sogar eine kostenlose Führung, bei der man viel Wissenswertes zum Kaffee selber und der Produktion erfährt. Am Schluss der Führung gibt es die Möglichkeit aus den unzähligen Kaffee Variationen zu kosten und auch für Zuhause zu kaufen.

Chamäleon

Kaffeebohnen

Verarbeitungsmaschine

Trocknung

Honu Kai Bed & Breakfast

Tattoostudio in Kona

Eigentlich wollte ich keine konkreten Übernachtungsempfehlungen geben, da wir immer nur ein Hotel pro Urlaubsort hatten und keinen Vergleich nennen können. Bei unserem B&B in Kona muss ich aber eine 100% Empfehlung aussprechen. Wer auf Hawaii Hotels sucht die z.B. Frühstück inkl. haben, wird schnell merken: da gibt es an einigen Orten nicht wirklich viel oder zu nicht vertretbaren Preisen. Für Kona entschieden wir uns daher für das Honu Kai Bed & Breakfast (inkl. Frühstück) von Wendi. Dieses B&B liegt an den Hängen des Mauna Loa und hat überschaubare 4 Zimmer. Wendi und ihr Mann haben uns herzlichst empfangen und uns sofort mit Tipps zur Seite gestanden. Tipps von Menschen, die da leben kann kein Reiseführer der Welt ersetzen. Teils sind die Reiseführer auch völlig falsch. Aber das ist ein anderes Thema, auf das ich nicht näher eingehen möchte.

Hinauf zum Restaurant

Wendi hat uns auch den Tipp mit der Kaffeeplantage gegeben, die wir allein nicht angefahren hätten. Weiterhin gab sie uns Tipps, dass wir zum Schnorcheln zu den „Two Steps“ oder zu den Traumstränden Richtung Norden fahren sollten. Neben den vielen Tipps bereitet Wendi euch auch ein exzellentes Frühstück zu. Ich lasse an dieser Stelle einfach das Foto für sich sprechen :). Falls ihr einmal nach Kona reisen solltet, empfehle ich euch das B&B von Wendi, hier habt ihr den Link zu ihrer Website LINK.

Frühstück bei Wendi

Am Rande von Kona

Hawaiian’s First Church

Two Step & ein klein wenig Angst

Warum nennt man einen Strand „Two Steps“? Selbst als wir ankamen, haben wir es nicht geschnallt. Aber irgendwann machte es klick und der Badeabschnitt ist daher so benannt, weil man mit 2 Schritten ins Wasser gelangt. An einer einzigen Stelle gibt es eine natürlich entstandene Treppe, die eben 2 Stufen hat. Daher nennt man diesen Bereich „Two Steps“. Hier gibt es keinen Sand, sondern nur Felsen und Steinkorallen. Dafür ist das Wasser unheimlich klar und die Vielfalt der Fische ist unglaublich. Hier konnten wir stundenlang schnorcheln und es wurde uns nicht langweilig. Irgendwann war ich mehr oder weniger allein im Wasser. Auf einmal tauchte vor mit ein dunkler Schatten auf. Im ersten Moment schießt einem nur noch „Shit, ein Hai“ durch den Kopf. Die Gewässer rund um Hawaii sind dafür bekannt, dass es von kleineren Haien bis zum Tiegerhai alles gibt. Ich also allein mit dem Hai? Nein zum Glück nicht, der Schatten war nur eine größere Schildkröte. Im ersten Moment, wenn man nur einen dunklen Schatten im blauen Ozean sieht, ist das schon erschreckend. Der Schildkröte bin ich dann eine ganze Weile mit meiner Kamera gefolgt und der Auslöser wurde schon warm :). Im Übrigen beträgt die Wassertemperatur ca. 26°C. Wer länger schnorcheln möchte, sollte sich eventuell ein spezielles Shirt, welches die UV-Strahlung abhält, zulegen. Ohne dieses Shirt könnte der Rücken leicht einen Sonnenbrand bekommen. Man vergisst beim schnorcheln die Zeit, die der Rücken in der Sonne brutzelt.

Halfterfisch

Hawaiianische Honu

Hawai’i Doktorfisch

Papageifisch

Tipps für Unterwasserfotos

Ob Hobbyfotograf oder jemand, der nur im Urlaub die Kamera in die Hand nimmt, ist es zu empfehlen, sich ein Unterwassergehäuse zu kaufen. Ihr werdet euch schwarz ärgern, solche Momente mit einer Schildkröte nicht festhalten zu können. Einige Kompaktkameras sind mittlerweile wasserdicht, für alle anderen Typen gibt es vom wasserdichten Beutel für 250 € bis zum HighEnd Hardcase für 3000 € alles was das Herz begehrt. Auch wenn die Investition erst einmal weh tut, sobald die ersten coolen Fotos entstanden sind, werdet ihr die Investition vergessen haben.

Relaxen an der Küste

Eine perfekte Location für Sonnenuntergänge oder einfach nur um die gewaltige Kraft der Brandung zu spüren gibt es an der Küste hinter dem Flughafen von Kona. Die Wellen prallen hier gegen eine kleine Steilküste und umspülen diese. An einigen Orten kann man den Ozean atmen sehen und auch hören. Hier wird das Wasser durch unterirdische Gänge zu diversen Löchern gespült, die sich von unten nach oben füllen und das sieht aus, als würde der Ozean atmen. Der Vorteil der Küste von Kona, hier seit ihr fast immer allein.

atmender Ozean

Sonnenuntergang

atmender Ozean

Manta Ray Night Dive

Das absolute Highlight in diesem Urlaub war der Night Dive with Manta Rays. Mit einem Boot ging es südlich von Kona etwa 100 m auf das Meer hinaus zu den Mantarochen. Mantarochen haben nicht wie ihre Verwandten (die Stachelrochen) einen giftigen Stachel. Dafür können diese Tiere eine Spannweite von bis zu 7 m erreichen, sind aber für den Menschen völlig ungefährlich. Die Gegend um Kona ist weltbekannt für ihre Mantarochenpopulation. Selbst tagsüber beim schnorcheln kann einem solch ein Tier über den Weg laufen bzw. schwimmen. Mantarochen fressen ausschließlich Plankton und das am liebsten nachts, somit muss man nur an der richtigen Stelle nachts ins Wasser :). Durch Scheinwerfer am Boot und auf einigen Auslegern wurde uns das Licht angeschalten und wir konnten die Unterwasserwelt sehen. Am Anfang gab es nicht einen einzigen Mantarochen zu sehen aber dann tauchten mit einem mal unzählige dieser Tiere auf. Die Bootscrew erzählte uns, dass das Licht das Plankton anzieht und das Plankton die Rochen. Neben einigen Tipps wie man sich im Wasser verhalten soll, gab es auch strikte Anweisungen, die Tiere nicht zu berühren, egal was passiert. So auf ging es ins Wasser, natürlich auch hier mit 2 Kameras :). Wir sind nun unter Wasser und die Mantas drehen mit weit geöffneten Mäulern ihre Kreise, um das Plankton aus dem Wasser zu filtern. Dabei kommen sie uns so nahe, dass nicht wir sie berühren sondern sie uns. Die ersten Minuten bleibt einem hier fast das Herz stehen, wenn man diese riesigen Tiere auf einen zu schwimmen sieht. Man denkt „gleich bin ich im Maul des Rochen“ und dann drehen sie kurz vorher schlagartig ab. Diesen Ausflug lege ich jedem ans Herz, wer einmal auf Hawaii und in Kona ist. Jetzt sollte man natürlich nicht auf die Idee kommen und sagen ich schwimm nachts allein raus und meine Taschenlampe wird schon reichen. Erstens reicht diese nicht aus und zweitens ist das wegen den Haien und der Strömung eventuell zu gefährlich.

Manta Ray Gruppe

Manta Ray beim Fressen

weitere Tipps zu Big Island

  • Einkaufen: Das typische Shopping in Outlets mit bekannten Marken gibt es auf Big Island eher nicht. In Kona gibt es einige kleinere Einkaufszentren, die bekannte Surfermarken wie Rip Curl, Billabong, O’Neill usw. führen. Ansonsten gibt es unzählige landestypische Geschäfte.
  • Essen: In Hilo haben wir uns mehr auf die bekannten Fast Food Ketten verlassen. Dafür hat Kona an der Strandpromenade alles was der Gaumen gut findet, frischen Fisch so weit das Auge reicht :). Die Preise sind auf Grund des günstigen Wechselkurses noch als okay zu bezeichnen aber es ist ratsam vorher an der Karte zu schauen. Es gibt Restaurants da zahlt man mal locker 40 $ aufwärts pro Essen. Vergessen sollte man auch nicht, dass auf alle Preise noch TAX und TIP draufgeschlagen wird.
  • Baden: Überall wo man Zugang zum Wasser findet kann man auch ins Wasser gehen. Wir haben keine Buchten gesehen, an denen das Baden verboten war. Zu beachten wäre jedoch, dass viele „Strände“ keinen Life Guard haben.
  • Wetter: Das Wetter ist ganzjährig perfekt. Auf der Ostseite ist es etwas regnerischer, dafür ist die Vegetation und die Wasserfälle unschlagbar. Im Westen scheint bei konstanten 30°C fast täglich die Sonne und das Klima ist trockener. Das sieht man auch an der Vegetation die wesentlich karger ist. Auf der Westseite wächst dafür der Kona Kaffee, welchen man auf jeden Fall einmal probieren sollte.