Angekommen in der Hauptstadt Honolulu auf O’ahu waren wir froh, nach so vielen Stunden in der Luft, endlich unser Ziel erreicht zu haben. Jetzt hieß es nur noch Mietwagen abholen und ab ins Hotel. Der Mietwagen war schnell abgeholt und wir befanden uns ruck zuck auf dem mehr oder weniger einzigen Highway Richtung Waikiki. Honolulu ist mit ca. 300.000 Einwohnern die einwohnerreichste Stadt auf Hawaii. Bedenkt man, dass auf allen Inseln zusammen nur ca. 1,4 Millionen und allein auf O’ahu ca. 900.000 Menschen leben, kann man sich vorstellen, wie wenig auf anderen Inseln los sein wird.

Honolulu aus unserem Hotelfenster

Keine 40 min dauerte die Fahrt zum Hotel und wir bezogen unser Zimmer im 20. Stock. Zwar nicht in erster, aber dafür in zweiter Reihe zum Strand. Der Ausblick war nachts schon mal nicht der schlechteste. Nachdem wir 2 x durchgeatmet hatten, ging es direkt raus um noch etwas zu essen und die Füße vom warmen Pazifik umspülen zu lassen – herrlich. So richtig konnten wir zu diesem Zeitpunkt gar nicht fassen, dass wir jetzt auf Hawaii sind. Irgendwann gegen Mitternacht sind wir dann ins Bett gegangen. So richtig schlafen konnte ich nicht und somit habe ich kurzerhand in den Morgenstunden meine Kamera an das offene Fenster gestellt um den ersten Zeitraffer aufzunehmen. Im Laufe unserer Reise werde ich noch eine ganze Reihe an Zeitraffer aufnehmen und auch als Video veröffentlichen.

Unsere Pläne für O'ahu

Naja zum einen wollten wir natürlich Pearl Harbor sehen – das war uns wichtig, um auch etwas den geschichtlichen Teil abzudecken. Weiterhin stand auf dem Plan diverse Aussichtspunkte wie den Diamond Head, Pali Loockout usw. zu besichtigen. Schnorcheln wollten wir unbedingt in der Hanauma Bay und es sollte in den Norden zum Tauchen mit Haien gehen. Es gab natürlich noch viele weitere Punkte, auf die ich aber erst im folgenden Text ausführlicher drauf eingehen werde.

Wissenswertes zu O’ahu

 

  • Hauptstadt des Bundesstaates ist Honolulu
  • mit 1557 Quadratkilometer Größe ist O’ahu die drittgrößte Insel von Hawaii
  • 64 km x 42 km in den Abmessungen
  • knapp 1 Million Einwohner (ca 75 % von ganz Hawaii)
  • entstand aus zwei Vulkanen
  • höchster Punkt ist der Mount Ka’ala mit 1220 m
  • North Shore ist bekannt für Monsterwellen

nächtliches Honolulu mit dem Diamond Head

Diamond Head & wilde Küstenregionen

Angefangen haben wir mit dem gleich im Osten an Honolulu angrenzenden Diamond Head. Nach wenigen Autominuten waren wir schon am National Park angekommen und wir wanderten bis zum „Gipfel“ des Diamond Head. Mit einer Höhe von 232 m hat man einen einen fantastischen 360° Blick auf die Süd-Ost-Küste von O’ahu.

Diamond Head mit Blick Richtung Honolulu

unberührte Küstenregion im Osten von O’ahu

einsamer Sandstrand mit perfekten Wellen

Diverse Lookout`s & das Klima

Weiter ging die Fahrt gen Norden und wir parkten an unzähligen Lookout`s um die einmalige Küste mit seinen einsamen Stränden zu bewundern. Besonders beeindruckend fanden wir, dass direkt an der Küste die „Berge“ mit ihren dichtbewachsenen Steilhängen in die Höhe schossen. Spätestens an dieser Stelle fragt man sich, wie kann es sein, dass Hawai’i so unglaublich „grün“ ist. In diesem Bericht soll es natürlich nicht um die Erklärung gehen aber ich möchte in wenigen Worten kurz erläutern was Hawai’i so einmalig macht. Schaut man sich Hawai’i auf einer Karte an, sieht man schnell, dass die Entfernung – sei es nach Asien, Australien oder dem amerikanischen Festland – enorm ist. Mit 3.682 km ist Kalifornien am nächsten an Hawai’i dran, somit ist die Inselkette die abgelegenste auf unserem Planeten. Genau diese Abgeschiedenheit macht Hawai’i in Sachen Flora & Fauna und der Tierwelt so einzigartig.

Hawaii’s Küstenregionen

Nuuanu Pali Lookout

Hawaiian Jungle

Durch die einmalige Lage im Pazifischen Ozean von Hawai’i treffen die Passatwinde von Norden kommend nach tausenden Kilometern erstmals hier auf Land. Hawai’i ist rein vulkanischem Ursprungs und jede Insel ragt mehrere hundert bis tausende Meter in die Höhe. An den nördlichen Regionen der Inseln bilden sich gewaltige Wolkenberge, die wie bei uns auf O’ahu binnen Minuten das Wetter umschwenken lassen. In Honolulu z.B. kann es an den Berghängen in Strömen regnen und 5 Kilometer weiter am Strand von Waikiki scheint unter blauem Himmel die Sonne. Diese Kontraste haben wir so noch nie gesehen. Neben den Wolken entstehen an den sogenannten „North Shore“ Küsten ebenfalls die weltbekannten Riesenwellen mit Größen von 15m und mehr. Diese Wellen werden besonders vor O’ahu so groß, da der Meeresgrund kurz vor der Insel von mehreren tausend Metern rapide ansteigt und genau hier entstehen die sogenannten Monsterwellen. Vor allem in den Wintermonaten werden im Norden der Insel unzählige Surfcontest’s ausgetragen.

Wir waren natürlich ebenfalls an der Nordküste, aber außer Wellen von vielleicht 5 m haben wir keine größeren gesehen. Die Wellensaison war ja auch schon vorbei.

Ein weiteres geplantes Highlight war oder besser sollte es werden, dass wir mit Haien genau in der North Shore Region tauchen. Am Tag des gebuchten Ausflugs hatte uns unser Guide den Trip wegen zu hohen Wellen leider absagen müssen. Die Vorfreude schlug in eine leicht deprimierte Stimmung um. Wir hatten zwar die Möglichkeit am kommenden Tag das ganze erneut zu probieren, aber auf unserem Plan stand da schon etwas anderes und umdisponieren konnten wir leider nicht. Somit blieb unser Wunsch, Haie in ihrem gewohnten Umfeld zu beobachten, ein Traum. Jetzt haben wir aber einen Grund nochmals auf Hawai’i Urlaub zu machen :).

Wellen NorthShore

Nuuanu Pali Lookout

Pearl Harbor

Fast einen gesamten Tag nahmen wir uns Zeit Pearl Harbor zu besuchen. Man hat hier mehrere Möglichkeiten. Entweder man erkundet Pearl Harbor auf eigene Faust und kauft sich die jeweiligen Eintrittskarten direkt vor Ort oder man bucht eine gesamte Tour mit Guide. Wir haben uns für die Tour mit Guide entschlossen. Das hat den Vorteil, dass man nirgends anstehen muss und viel Hintergrundwissen vermittelt bekommt. Als erstes besuchten wir diverse Museen, bis es dann per Boot zum Memorial der USS Arizona ging. Das Schiff liegt noch heut wenige Meter unter der Wasseroberfläche und es „tropft“ seit dem Tag als es sank Öl aus dem Schiff. So wie wir das verstanden haben, lassen die Amerikaner dies als „Tränen“ der an diesem Tag gefallen Seemänner bestehen. An diesem geschichtsträchtigen Ort kann man förmlich spüren, wie es am Tag der Zerstörung zugegangen sein muss.

Der letzte Punkt auf dieser Tour war der Besuch des Schlachtschiffs USS Missouri (BB-63). Auf diesem Schiff wurde am 2. September 1945 durch Kapitulation der 2. Weltkrieg für beendet erklärt. Auf dem Schiff, welches mit einer Länge von 270 m und einer Breite von 33 m zur „Iowa-Klasse“ gehört, kann man in aller Ruhe jeden Quadratmeter erkunden auch auch erriechen. Wie schon am Memorial, bekommt man im Schiffinneren hautnah mit, wie es damals zugegangen sein muss – absolut beeindruckend, so etwas zu sehen.

USS Missouri

USS Arizona

Memorial

USS Missouri

Hügel von Honolulu

Ein weiteres Highlight, was man nicht verpassen sollte, ist es den Sonnenuntergang auf einem der vielen Hügel von Honolulu zu erleben. Zwar hat man hier wieder das Problem, dass sich an den Hängen viele Wolken sammeln und sich auch ständig abregnen. Aber wenn man einen Tag erlebt, wo keine Wolken die Sicht auf die untergehende Sonne versperren, ist das ein wahnsinnig schönes Schauspiel. Neben Regen und Wolken haben wir auch das Glück gehabt, dass direkt über Honolulu einmal ein Doppel-Regenbogen entstand und natürlich ein schöner Sonnenuntergang zu sehen war.

Neben den ganzen Eindrücken haben wir es fast verpasst einmal am Strand von Waikiki zu baden, dass war natürlich schnell noch nachgeholt. Eigentlich wollten wir noch eine Surflesson hier nehmen aber dazu reichte leider die Zeit nicht mehr und wir haben das Surfen auf eine andere Insel verschoben.

Sonnenuntergang über Honolulu

lokale Regenschauer

Doppelregenbogen über Honolulu

Sonnenuntergang am Strand von Waikiki

Hanauma Bay

Wer gern an einem Bilderbuchstrand mit klarem Wasser und keinen Wellen baden oder schnorcheln möchte, ist in der Hanauma Bay genau richtig. Diese liegt ebenfalls etwas östlich von Honolulu. Diese Bucht ist bekannt für ein exzellentes Schnorchelerlebnis: keine Wellen, da die Bucht geschützt ist und das Riff fast aus dem Wasser schaut. Hier findet man von sämtlichen Fischen bis Schildkröten alles was das Schnorchlerherz begehrt. Um hier einen Tag oder einige Stunden zu verbringen, sollte man zeitig da sein, da ab Mittag der Zugang geschlossen wird. Man möchte den Strand nicht zu voll werden lassen und glaubt mir, der Ansturm ist groß :).

Hanauma Bay im Osten von Honolulu

Hanauma Bay vom Strand

Grüne Meeresschildkröte

Kualoa Ranch

Jurassic Park, Pearl Harbor, King Kong, Lost, 50 erste Dates und und und.
Jeder wird diese Filme kennen und vielleicht auch gesehen haben. Als ich damals die Filme gesehen habe, habe ich mich immer gefragt: „Wo auf unserer Erde wurde das gedreht?“. Natürlich habe ich nie gleich nachgeschaut und meine Frage rückte wieder in die Vergessenheit. Auf Hawai’i bzw. O’ahu gibt es die Kuala Ranch. Hier kann man vor einer traumhaften Kulisse lecker essen oder auch das typische Ranchleben erleben. Es gibt diverse Touren wie z.B. Jungle Tour, Ausritt mit Pferden oder Quads usw. Wir haben uns für die Filmkulissen mit einem Monster Truck entschieden. Unser Guide fuhr uns in das gleichnamige Valley, in welchem die einzelnen Original-Drehorte zu sehen sind. Jeden einzelnen Drehort anzusprechen würde zu lang dauern, daher beschränke ich mich auf die für uns wesentlichen. Gleich zu Beginn kamen wir an einer Wurzel vorbei, wer Jurassic Park kennt, erkennt auch sofort was das für eine Wurzel ist. Als nächstes kamen wir an dem riesigen Fußabdruck von Godzilla vorbei (im Film kommt die Szene ziemlich am Anfang vor, bei der der Forscher direkt im Abdruck steht). Daneben hat man noch die Drehorte von Lost und den oben genannten. Es war Wahnsinn sich vorzustellen, was die Filmstudios hier für eine Ausrüstung her gebracht haben müssen.
Unser Guide erzählte noch, dass das Valley noch heut für viele Filme als Kulisse verwendet wird aber man für wenige Minuten sehr viel Zeit braucht. Hier ist nicht die Ausrüstung das Problem sondern das Wetter. Nahezu täglich regnet es in diesem Valley, was das Drehen bei blauem Himmel erschwert und somit heißt es dann immer warten warten warten und dann die Wolkenlücken abpassen. Auch bei uns war es bewölkt und am Ende regnete es in Strömen. Nach einer Weile war aber alles wieder vorbei und der Himmel klarte auf.

Kuaola Ranch

Drehort: Jurassic Park

Drehort: Godzilla

Kuaola Valley

König Kamehameha

O’ahu hat einige Wahrzeichen aber eines möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen. Mitten in Downtown Honolulu und gegenüber dem Justizpalast steht er, der König von Hawai’i. Kamehameha I. war der erste König von Hawai’i. Jedes Jahr am 11. Juni wird die Statue König Kamehameha zu seinen Ehren mit den typischen Hawaiianischen Blumenketten behangen.

Zu seinen Taten zählt z.B.

  • Vereinigung aller Hawaiianischen Inseln
  • Export von Rohstoffen z.B. Sandelholz
  • Vereinheitlichung des Rechtssystems
  • Unabhängigkeit gegenüber den Kolonialmächten

König Kamahameha I Statue

weitere Tipps zu O’ahu

  • Sonnenschutz: Vergesst nicht, euch ordentlich und regelmäßig einzucremen! Wir haben durch die teils aufkommenden Wolken und den Wind die Sonneneinstrahlung total unterschätzt. Abends im Hotelzimmer haben wir das Unheil dann Tag für Tag gesehen :). Schaut mal auf der Karte wo Hawai’i liegt, es hat die gleiche Höhe wie die Sahara und die Karibik.
  • Einkaufen: Wenn ihr plant einkaufen zu gehen, ist O’ahu und Maui zu empfehlen. Die anderen Inseln haben keine Outlets mit Markennamen und auch Elektronikshops wie “Best Buy” gibt es nur auf O’ahu.
  • Essen: Wir waren in Honolulu bei Bubba Gump (bekannt aus Forrest Gump). Hier gibt es vorzügliche Shrimp Gerichte. Frischer geht es nicht und es ist ein kleines Erlebnis mit der ganzen Forrest Gump Ausstattung. Also unbedingt einmal besuchen.
  • Baden: Waikiki war uns etwas zu “langweilig” – daher nutzt z.B. die einsameren Strände im Osten der Insel, hier gibt es schöne Wellen und perfektes Wasser. Surfen macht hier wesentlich mehr Spaß – aber nicht für Anfänger, da sind die Wellen in Waikiki einfacher. Wir haben aber auch viel Freude beim Zuschauen der Surfer gehabt.
  • Wetter: Das Wetter ist ganzjährig ideal, wobei es auf O’ahu oder ganz Hawai’i regional sehr unterschiedlich ist. An einer Ecke regnet es, fährt man ein paar Kilometer, hat man wieder strahlenden Sonnenschein. Das Wetter ist typisch für Hawai’i. Wenn es nicht so oft regnen würde, wäre Hawai’i nicht so grün und saftig.

Bergkette hinter der Kuaola Ranch